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Hauspersonal-Vermittlung im Wandel: Wie Social Media und KI das Recruiting verändern

INterview mit Marcel Einfalt | 26.06.2026

Der erste Eindruck entsteht heute lange vor dem Vorstellungsgespräch – und mit Sicherheit im digitalen Raum. Dennoch bleibt der Faktor Mensch im Recruiting-Prozess entscheidend. Personalvermittler Marcel Einfalt weiß, worauf es dabei ankommt und warum kein Algorithmus mit persönlicher Expertise mithalten kann.

Die Suche nach Hauspersonal hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verändert. Kleinanzeigen? Einst omnipräsent, spielen sie heute nur noch in wenigen Bereichen eine Rolle und erscheinen auf digitalen Portalen statt in Printmedien. An LinkedIn führt hingegen kaum ein Weg vorbei.

Wie sehr prägen soziale Netzwerke den Bewerbungsprozess? Worauf achten Arbeitgeber:innen beim digitalen ersten Eindruck? Und warum stößt Künstliche Intelligenz bei der Auswahl von Lebensläufen oft an ihre Grenzen? Marcel Einfalt, erfahrener Personalvermittler und operativer Leiter von OPMG, weiß, worauf es beim Recruiting ankommt.

Herr Einfalt, haben Social Media die Suche nach Hauspersonal verändert?

Marcel Einfalt: Soziale Medien haben alle Branchen verändert – auch unsere. Die Frage ist: Wie gehen wir damit um? Als Recruiter:innen müssen wir heute genau hinschauen, welchen Kanal wir für welche Zielgruppe nutzen.

Wo wird OPMG fündig?

Marcel Einfalt: Für den Hausmanagement- oder Luxury-Retail-Bereich finden wir sehr oft auf LinkedIn die richtigen Personen. Wenn wir hingegen Haushälter:innen für ländliche Gegenden suchen, nutzen wir andere – freilich ebenso digitale – Kanäle: etwa „Kleinanzeigen“ oder das österreichische Pendant „Willhaben“. Gute Recruiter:innen analysieren im Vorfeld genau, wo und wie sie etwas schalten. Sicherlich kann man auch Instagram und TikTok nutzen. Die Herausforderung besteht allerdings darin, wirklich lässige Inhalte für diese Kanäle zu kreieren. Das ist eine Frage des Kosten-Nutzen-Verhältnisses.

Spielt die klassische Mundpropaganda noch eine Rolle oder passiert alles im digitalen Raum?

Marcel Einfalt: Das Word of Mouth ist in unserer Branche natürlich eine wichtige Sache, läuft aber mittlerweile ebenfalls stark über soziale Netzwerke. Wenn wir einen Job – auf welcher Plattform auch immer – online stellen, wird die Ausschreibung geteilt und von einer zum anderen weitergegeben. Das bringt Vor- und Nachteile mit sich.

Sie spielen auf Bewertungen und Kommentare an?

Marcel Einfalt: Ja, denn am Ende des Tages ist es unsere Aufgabe, Leute zu finden und diese erfolgreich zu vermitteln. Wird aber jede Ausschreibung bis ins Letzte analysiert und öffentlich kommentiert, kann das durchaus zur Herausforderung werden. Da ist ein seriöses Job-Offer von einer seriösen Agentur mit seriösen Kund:innen. Als Kandidat:in darf ich mich darauf einlassen oder eben nicht. Wenn ich das Gefühl habe, es ist nicht das Richtige für mich, lasse ich es bleiben und kümmere mich um etwas anderes. Manche LinkedIn-Jünger:innen handhaben das aber offenbar anders.

„Am Ende des Tages zählt, dass unsere Kund:innen so schnell wie möglich die richtigen Personen finden, die sie unterstützen.“

Ausschreibung, Bewerbung und erster Eindruck passieren heute im digitalen Raum. © Pexels Cottonbro

Nimmt OPMG die digitale Präsenz der Kandidat:innen ebenso kritisch unter die Lupe?

Marcel Einfalt: Natürlich ist es hilfreich, einen Blick auf den Web-Auftritt der Bewerber:innen zu werfen. Man muss dabei aber zwischen Privat- und Business-Profil differenzieren. Auf LinkedIn darf man eine professionellere Präsenz erwarten als auf Instagram. Tatsache ist allerdings: Was ich als Recruiter:in öffentlich einsehen kann, finden auch potenzielle neue Arbeitgeber:innen. Man sollte sich daher stets die Frage stellen, welches Bild man online von sich zeichnen möchte. Das muss natürlich jede:r Einzelne für sich selbst beantworten. Sehr viele Kandidat:innen haben jedenfalls einen tollen, höchst professionellen Internetauftritt mit erkennbarem Gesamtkonzept von LinkedIn bis hin zur eigenen Website mit aktuellen Blogposts. Alles am Zahn der Zeit zu halten, ist mit viel Aufwand verbunden und sticht natürlich positiv ins Auge.

Welchen Stellenwert hat der Internetauftritt im Vergleich zum persönlichen Gespräch?

Marcel Einfalt: Wie heißt es so schön: You never get a second chance to make a first impression. Früher war das das erste persönliche Zusammentreffen. Mittlerweile passiert der erste Eindruck natürlich weit früher, nämlich auf Basis der Online-Suchergebnisse zu einer Person.

Wer online nicht überzeugt, wird gar nicht zum Gespräch eingeladen?

Marcel Einfalt: So pauschal gilt das nicht. Die Bedeutung des Online-Auftritts ist immer abhängig von der jeweils zu besetzenden Stelle und den dafür nötigen Kompetenzen. Muss sich die Person im Job präsentieren und verkaufen können? Oder geht es darum, im Hintergrund eine Dienstleistung zu verrichten und den Betrieb am Laufen zu halten? Ein gewisser Eindruck bleibt aber natürlich bestehen. Das gilt im Gegenzug auch für uns selbst: Die Kandidat:innen googeln uns als Agentur und mich als Person ja selbstverständlich ebenfalls.

Stichwort Agentur: Führt der Weg zu qualifiziertem Hauspersonal heute noch zwangsläufig über Agenturen wie OPMG oder begeben sich Familien zunehmend auf eigene Faust online auf Personalsuche?

Marcel Einfalt: Das hängt ein wenig davon ab, welche Stelle zu besetzen ist. Wohne ich am Land und suche eine Haushaltshilfe aus der näheren Umgebung, die mir für ein paar Stunden in der Woche unter die Arme greift? Oder geht es darum, internationale Privatanwesen zu verwalten und sich erfahren auf diesem Parkett zu bewegen? Im zweiten Fall braucht es Profis, die mir in Sachen Recruiting zur Seite stehen. Außerdem spart eine Agentur wie OPMG sehr viel Zeit. Zeit, Stellenanzeigen zu verfassen, zu inserieren, Lebensläufe zu sichten, Referenzen zu prüfen, erste Interviews zu führen. Wenn Kund:innen ausgewählte Stellen selbst ausschreiben möchten, ist das aber wunderbar. Wir sind ein transparenter Partner und unterstützen nach individuellem Bedarf. Am Ende des Tages zählt, dass unsere Kund:innen so schnell wie möglich die richtigen Personen finden, die sie unterstützen. Das sind keine leeren Worte, sondern das ist ernst gemeint.

„Die blanken Fakten eines Lebenslaufes zeigen nicht das ganze Bild.“

Ein abschließender Blick in die Glaskugel: Wie wird sich die Branche im Hinblick auf soziale Medien in den nächsten Jahren verändern?

Marcel Einfalt: Wir leben in einem digitalen Zeitalter. Soziale Medien werden uns in der ein oder anderen Form wohl immer begleiten. Die Kunst ist und bleibt, das für die jeweilige Ausschreibung passende Medium zu wählen: Wer ist mein Zielpublikum? Und über welche Kanäle erreiche ich es möglichst treffsicher?

Macht KI die menschliche Leistung beim Recruiting überflüssig?

Marcel Einfalt: KI ist eine tolle Unterstützung. Wir erzielen aber sehr gute Erfolge damit, Unterlagen persönlich zu sichten. Die blanken Fakten eines Lebenslaufes zeigen nicht das ganze Bild. Wer auf den ersten Blick nicht perfekt ins Profil passt, kann sich bei näherer Betrachtung als Idealkandidat:in entpuppen. Eine KI würde diesen Bewerber:innen sofort alternativlos absagen. Unser Team weiß hingegen ganz genau, welche Kernkompetenzen es wirklich braucht, um in einer Position zu reüssieren. Erfahrung und das nötige Bauchgefühl sind für diese Einschätzung unerlässlich.

Mit Erfahrung und Bauchgefühl erkennen Recruiter:innen, ob neben den nötigen Qualifikationen auch die Chemie stimmt. © Pexels Edmond Dantes

Sie können OPMG telefonisch unter +49 89 41 42 43 99-0
oder per E-Mail unter office@opmgstaff.com erreichen.

Zu den Kund:innen zählen weltweit führende Unternehmer:innen und Unternehmen, Aristokrat:innen, Ikonen aus Sport und Lifestyle sowie Entscheidungsträger:innen von Weltrang. Das Team ist international und länderübergreifend tätig. OPMG arbeitet ausschließlich erfolgsbasiert, ohne Vorauszahlung, versteckte Kosten oder Ähnlichem. Für die Kandidat:innen ist die Vermittlung durch OPMG immer kostenlos.