„Head first ins kalte Wasser“
INterview mit Kerstin Bender | 01.07.2026

Kerstin Bender übersetzt visionäre Ideen in konkrete Pläne und Wünsche in dahinterliegende Bedürfnisse. Mit ihrem feinen Gespür für Menschen sorgt sie als OPMGs Head of Recruiting dafür, dass Klient:innen die Idealbesetzung für ihren Haushalt finden. Beruflich wie privat passt die zweifache Mutter in keine Schublade: Dem klassischen Bild der Spielerfrau hat sie jedenfalls noch nie entsprochen.
Wenn Kerstin Bender irgendetwas so gar nicht kann, dann ist es wohl das Nichtstun. Zum Zeitpunkt des Interviews ist sie erst wenige Wochen bei OPMG in Amt und Würden. Dennoch scheint sie bereits ganz in ihrer Rolle als Head of Recruiting angekommen. Was Bender, laut Eigendefinition eine „Rampensau“, dabei zugute kommt: Sie spricht gerne, hört aber mindestens ebenso gerne zu. Ihr erklärtes Ziel? Menschen jene Unterstützung zu verschaffen, die diese wirklich brauchen.
Apropos Unterstützung: Unterstützt hat Kerstin Bender in den Tagen vor diesem Interview auch ihren Ehemann Manfred „Manni“ Bender. Der Ex-Fußballprofi – er war u.a. bei Bayern München, dem Karlsruher SC und 1860 München aktiv – hat sich nach Profi- und Trainer-Karriere nämlich dem Golfsport verschrieben. Seit einigen Jahren veranstaltet er mit dem „Legenden Masters Golf“-Turnier gewissermaßen ein Klassentreffen des deutschen Fußballs. Auf dem und abseits des Greens dreht sich dabei alles um Charity, Sport und unvergessliche Momente. Neben ihren Eltern trägt mittlerweile auch Tochter Franziska Bender tatkräftig zum Gelingen bei. Doch zurück zu Kerstin Bender: Selbst während der aktiven Fußballkarriere ihres Mannes entsprach sie nie dem Klischee der klassischen Spielerfrau und verdiente in einer anderen vermeintlichen Männerdomäne, der Autobranche, stets ihr eigenes Geld. Als eine der ersten weiblichen District Manager bei Peugeot Deutschland hat Kerstin Bender zwei Jahrzehnte lang eine Vielzahl an Autohäusern betreut. Bei OPMG widmet sie sich insbesondere internationalen Klient:innen sowie Kund:innen aus der Sportbranche.
Was ist ihr dabei wichtig? Inwiefern unterscheidet sich der deutsche vom US-amerikanischen Arbeitsmarkt? Und warum ist die Tätigkeit für Spitzensportler:innen gleichermaßen plan- wie unvorhersehbar? Kerstin Bender im Gespräch über Menschenkenntnis, Sport, Job, Familie und das Scheinwerferlicht.
Frau Bender, Sie kennen den Spitzensport wie Ihre Westentasche und sind in der Sportwelt bestens vernetzt: Was unterscheidet Ihrer Erfahrung nach Haushalte von Spitzensportler:innen von jenen anderer Klient:innen?
Kerstin Bender: Gerade im Fußball liegen die öffentliche Wahrnehmung und der tatsächliche Alltag oft sehr weit auseinander. Der Fußballer ist unheimlich strukturiert. Er folgt einem ganz klaren Trainings- und Spielplan. Vereine wie der FC Bayern München spielen in der Regel abwechselnd einmal zu Hause, einmal auswärts und es gibt feste Trainingszeiten. Während andere unzählige Überstunden machen und in Meetings festhängen, ist der Arbeitstag eines Fußballers ausgesprochen strukturiert. Das macht es auch für das Personal oft einfacher und planbarer. Die Kehrseite der Medaille ist die öffentliche Aufmerksamkeit. Spitzenfußballer – ich verwende in diesem Kontext bewusst die männliche Form – unterschreiben teils Verträge in zweistelliger Millionenhöhe und stehen dementsprechend im Scheinwerferlicht. Diskretion ist für die Arbeit in ihrem Haushalt daher ganz elementar. Spielern wie Lennart Karl und Harry Kane wird, sobald sie aus dem Haus gehen, keinerlei Privatsphäre zugestanden. Umso wichtiger ist es, dass sie sich daheim von alledem erholen können. Wer in ihrem Haushalt arbeitet, muss sich darauf einlassen, die Privatsphäre der Familie entsprechend zu schützen.
„Gerade im Fußball liegen die öffentliche Wahrnehmung und der tatsächliche Alltag oft sehr weit auseinander. “

Diskretion ist in Zeiten von Social Media vermutlich generell wichtiger als je zuvor?
Kerstin Bender: Ja, der nötige Respekt vor Privatsphäre ist bei der Personalsuche ein ganz wesentlicher Punkt. Früher war die Presse bis 22 Uhr auf Veranstaltungen willkommen. Anschließend galt: What happens in Vegas, stays in Vegas. Heutzutage steht man 24 Stunden täglich unter Dauerbeobachtung, was zu einem bewussten Rückzug ins private Zuhause führt.
Verpflichtungen enden im internationalen Profisport oft sehr abrupt. Was bedeutet das für Hauskeeping, Nanny, Fahrer und Privatköch:in?
Kerstin Bender: Das Fußballgeschäft ist wahnsinnig wechselaffin und schnelllebig. Du unterschreibst einen millionenschweren Vertrag im Ausland und bist womöglich nach einem halben Jahr schon wieder zurück, weil du es nicht auf den Rasen gebracht hast. Die Familien bleiben daher im Regelfall vorerst samt Personal an ihrem bisherigen Wohnort und warten eine Zeit lang ab, bevor sie umziehen.
Wird das Personal gegebenenfalls zurückgelassen?
Kerstin Bender: Großteils ja. Köch:innen und persönliche Assitent:innen werden, wenn möglich, aber gerne mitgenommen. Gerade das Ernährungsthema spielt im Profisport eine sehr wichtige Rolle. Cristiano Ronaldo isst etwa fast ausschließlich gedünsteten Fisch und Gemüse. Da braucht es Köch:innen, die ganz speziell auf den jeweiligen Ernährungsplan abgestimmte Mahlzeiten zubereiten.
Wie haben Sie selbst zwei Kinder, ihren eigenen Beruf und die wechselnden Verpflichtungen Ihres Mannes unter einen Hut gebracht?
Kerstin Bender: Mir persönlich war es immer sehr wichtig, auf eigenen Füßen zu stehen, weshalb bei uns klar war: Die Kinder und ich bleiben, wo wir sind. Mein Mann war natürlich viel weg und ich mit unserem Alltag dementsprechend oft alleine. Aber es ging gut.
Das klingt nach einer äußerst herausfordernden Zeit. Hatten Sie Unterstützung?
Kerstin Bender: Hauspersonal hatten wir nie. Nur eine Putzkraft, die uns alle zwei Wochen unterstützt. Als die Kinder klein waren, war Manni viele Jahre Trainer in Österreich. Damals war ich quasi alleinerziehende Mutter. Das war fordernd, aber es ging. Unser Sohn war ab acht Monaten bei einer Tagesmutter und ich hatte mit den Kindern auch viel Unterstützung von meinen Schwiegereltern. Außerdem konnte ich mir Arbeitsort und -zeit schon damals sehr flexibel einteilen und habe immer im Homeoffice gearbeitet. Anders hätte es nicht funktioniert. Auch heute noch fahre ich unseren Sohn Nicolas, der beim FC Bayern München im Nachwuchs spielt, mehrmals wöchentlich zum Campus. Das sind Dinge, die fallen einfach nebenher an. Natürlich ist unheimlich viel Struktur und Disziplin nötig, aber wir haben es gut hinbekommen.
Sind sie generell ein strukturierter Mensch?
Kerstin Bender: Ja, ich bin beruflich wie privat sehr strukturliebend, hands-on und zeitnutzeneffizient. Mein Mann ist der visionäre Typ, der Ideengeber. Ich bin die Organisierte mit den To-Do-Listen. Als BWLerin bin ich immer die, die das Pferd bremst, wenn es gerade wild drauf los galoppieren möchte, weil die Wiese so schön ist. Es braucht einen Plan und der wird abgearbeitet.
„Einem tollen Menschen kannst du die nötige Arbeitsweise näherbringen. Charakterbildung ist hingegen deutlich schwieriger.“
Das ist eine wichtige, oft aber auch undankbare Rolle…
Kerstin Bender: Es ist eine Rolle, die mir liegt. Wobei es nicht zu dogmatisch und überstrukturiert werden soll. Ich habe zuvor in einem familiär gesteuerten Unternehmen gearbeitet, das über die Jahre zu einem Riesenkonzern fusioniert ist. Irgendwann habe ich nur noch Budgets von A nach B geschoben, an Richtlinien erinnert und ermahnt. Meine Arbeit war dann sehr weit weg von dem, was ich jahrelang so gerne gemacht hatte. Ich liebe Kommunikation, kann gut mit Menschen und brauche ein menschliches Miteinander.
Wie haben Sie die ersten Wochen bei OPMG erlebt?
Kerstin Bender: Head first ins kalte Wasser (schmunzelt). Tatsächlich liegt mir das auch sehr, da ich so in kurzer Zeit wahnsinnig viel lerne. Ich muss mich mit der Branche erst im Detail vertraut machen. Es geht aber überraschend schnell. Was mir im Recruiting sicher zugute kommt, ist meine Menschenkenntnis. Denn ich bin überzeugt: Einem tollen Menschen kannst du die nötige Arbeitsweise näherbringen. Charakterbildung ist hingegen deutlich schwieriger.
Ihr wichtigstes Learning bisher?
Kerstin Bender: Die internationalen Unterschiede. Ich bin dank beruflicher sowie privater Erfahrungen quasi zweisprachig und werde mich daher persönlich verstärkt um unsere Klient:innen in den USA kümmern. Der dortige Arbeitsmarkt funktioniert jedoch ganz anders als der deutsche. Man ist in den USA viel flexibler. Amerikaner:innen wechseln aus einem Job, den sie 20 Jahre lang gemacht haben, binnen einer Woche an einen neuen Arbeitsplatz samt neuem Wohnort.
Was ist Ihnen in Ihrer neuen Position besonders wichtig?
Kerstin Bender: Die Bedarfsanalyse. Was sagen die Menschen? Und was brauchen Sie wirklich? Man muss gut zuhören und – mit der entsprechenden Diskretion – auch ein bisschen hinter die Fassade blicken, um das herauszufinden. Nur so können wir angemessen unterstützen. Ein Beispiel aus der Autobranche: Einem Kunden, dessen Frau hochschwanger ist, verkaufe ich kein Coupé. Er wird einen Kombi brauchen, um damit langfristig glücklich zu sein.

Sie können OPMG telefonisch unter +49 89 41 42 43 99-0
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Zu den Kund:innen zählen weltweit führende Unternehmer:innen und Unternehmen, Aristokrat:innen, Ikonen aus Sport und Lifestyle sowie Entscheidungsträger:innen von Weltrang. Das Team ist international und länderübergreifend tätig. OPMG arbeitet ausschließlich erfolgsbasiert, ohne Vorauszahlung, versteckte Kosten oder Ähnlichem. Für die Kandidat:innen ist die Vermittlung durch OPMG immer kostenlos.
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