Vom Laufsteg in die eigene Schönheitspraxis
Insights von Fabian Elsner | 21.10.2026

Noch vor seinem Abitur lief Fabian Elsner auf der New York Fashion Week. Heute verhilft der 38-Jährige seinen Patient:innen zu einem frischeren Spiegelbild – und das ganz ohne Skalpell. Seine Aufklärungsgespräche beginnt er dennoch stets mit Horrorstorys.
Fabian Elsner steht kurz vor dem Abitur, als die Modewelt auf ihn aufmerksam wird. Er nutzt die Ferien, um tatsächlich ein erstes Angebot anzunehmen. Erfolgsbedingt steht er rasch vor der Entscheidung: Schule oder Model-Karriere? Denn weder Calvin Klein in New York noch Versace in Mailand nimmt Rücksicht auf den deutschen Ferienkalender. Der Überzeugungsarbeit seiner Eltern ist es zu verdanken, dass Elsner trotz Schulpflicht das Berliner Klassenzimmer gegen die Laufstege dieser Welt eintauschen kann. Das Abitur? Aufgeschoben, aber keineswegs aufgehoben.
Kakerlaken-Apartment statt Model-Villa
Daheim in Berlin verschafft sich Mama Elsner inzwischen durch „Germany’s Next Topmodel“ Einblick in die Berufswelt ihres Sohnes. „Eine Model-Villa gibt’s im echten Leben eigentlich nie. Die Kakerlaken, über die Heidi Klum auf Sendung berichtet hat, kenne ich aber aus eigener Erfahrung“, so Fabian Elsner. Obwohl er stets mit Top-Marken und -Agenturen zusammenarbeitet, ist das Model-Leben hinter den Kulissen nur wenig glamourös: „Man schläft mit acht oder zehn Kollegen sowie unzähligen Kakerlaken in Stockbetten in einem kleinen Apartment in Chinatown und bekommt dafür auch noch täglich 65 Dollar Miete abgezogen.“ Eine Kunst, unter diesen Bedingungen beim morgendlichen Fashion-Week-Casting erholt und mit strahlendem Teint zu erscheinen.

Vom Casting-Poker zu mehr Planungssicherheit
Der Alltag ist oft strapaziös, doch der Verdienst kann sich sehen lassen. Die Erfolgsquote? Nicht ganz so rosig. „Man muss als erfolgreich arbeitendes Model zehn Castings machen, um einen Job zu kriegen“, weiß Fabian Elsner. Nach knapp zwei Jahren zwischen New York, Mailand und Tokio geht es für das heutige Ex-Model zurück nach Deutschland. Dort schließt er – als Erster in seiner Familie – das Abitur ab.
Das Modeln rückt trotz Mercedes-Benz Fashion Week und einer Zusammenarbeit mit Eva Padberg immer mehr in den Hintergrund. „Ich habe die Dinge gerne selbst in der Hand“, outet Elsner sich als Fan von Sicherheit und Planbarkeit.
Seit Kindheitstagen sportlich aktiv, studiert er Sportwissenschaften und arbeitet einige Jahre lang als Personal Trainer und Ernährungsberater für Banker und Unternehmer. Fixer Stundensatz statt Casting-Glücksspiel.
Tausche Hantel gegen Injektionsnadel
Doch auch das Interesse für Gesichtsästhetik meldet sich beharrlich. Eine anspruchsvolle komplementärmedizinische Ausbildung später stürzt sich Fabian Elsner schließlich in die Welt der medizinischen Ästhetik. Um seine Fachkompetenz entsprechend auszubauen, besucht er weiterführende Kurse bei den Hersteller:innen der diversen Produkte. Rund 60 Fortbildungen hat Elsner mittlerweile absolviert. Am selbst mitgebrachten Modell wird dort die Theorie in die Praxis übersetzt. Wie bei jedem Handwerk gilt auch in der Ästhetik: Übung macht den Meister.
Inzwischen ist der 38-Jährige seit einem halben Jahrzehnt in der Branche tätig. „Die Behandlung mit Hyaluronsäure ist meiner Meinung nach die Königsdisziplin“, so der Experte. Allzu offensichtliche Negativbeispiele führen jedoch oft zu Skepsis gegenüber seinem Berufsstand. „Es fallen ja leider nur die misslungenen Ergebnisse auf“, bedauert Elsner, dass in Deutschland das Werben mit Vorher-Nachher-Bildern im Bereich ästhetischer Behandlungen verboten ist. „Die Bevölkerung soll vor künstlichem Optimierungsdruck geschützt werden, was grundsätzlich nicht schlecht ist. Gleichzeitig können gelungene Ergebnisse dadurch nur schwer sichtbar gemacht werden“, gibt er zu bedenken.
Schonungslose Aufklärung statt schnellem Geld
In seiner Berliner Praxis unweit des Kurfürstendamms setzt der Ästhetik-Experte jedenfalls auf umfassende Aufklärungsarbeit. „In reinen Spritzbuden lockt das schnelle Geld. Dort geht es um Massenabfertigung“, weiß er, dass ausführliche Anamnese und Beratung nicht überall Standard sind. „Am Gesicht sollte man nicht sparen. Das Beste und Sicherste oder gar nichts. Ich bin einfach Perfektionist“, mahnt Fabian Elsner daher zur Vorsicht.
Selbst hat er bereits mit 25 Jahren begonnen, sich behandeln zu lassen. „Mir wurde damals nicht gesagt, dass ich eine Nekrose (Absterben von Gewebe, Anm.) bekommen könnte, falls Hyaluronsäure in eine Arterie gelangt“, so Elsner. „Das Risiko ist statistisch sehr gering, aber nicht jede Arterie verläuft nach Lehrbuch. Selbst die besten Behandler:innen können daher einmal etwas falsch machen“, weiß er. Im Vorgespräch mit seinen Patient:innen macht Fabian Elsner daher keinen Hehl aus den Risiken: „Ich beginne mit Horrorstorys und erkläre dann, was man dagegen tun kann“. Unter einer Notrufnummer bleibt er nach der Behandlung für seine Patient:innen erreichbar. „Wer gut aufgeklärt ist, erkennt zu Hause selbst erste Anzeichen einer Komplikation. Im unwahrscheinlichen Fall, dass eine solche auftritt, kann ich schnell eingreifen und sie beheben“, weiß Elsner, wie wichtig umfassende Patient:innenaufklärung in seinem Metier ist.
Eine Frage von Beruf und Psyche
Nicht immer ist die gewünschte Behandlung aus Expertensicht ratsam. Besondere Vorsicht lässt Fabian Elsner bei Anzeichen einer Körperwahrnehmungsstörung walten. Wie er eine solche erkennt? „Es ist eine Kombination aus geschultem Auge und ein paar gezielten Nachfragen“, so der Ästhetik-Experte.
Abseits psychischer Komponenten sprechen mitunter auch berufliche Anforderungen gegen eine Behandlung. „Lehrer:innen rate ich beispielsweise davon ab, das Gesicht ganz zu glätten. Gerade in der Grundschule passiert laut wissenschaftlichen Erkenntnissen sehr viel mittels nonverbaler Kommunikation. Eine entsprechende Mimik der Lehrperson spielt daher eine wichtige Rolle“, sägt Elsner aus professioneller Überzeugung manchmal am eigenen Verkaufsast.


Mit Pflegeroutine und Goldenem Schnitt zum Idealbild
Vorbei die Zeiten, in denen Schönheit und Ästhetik der Frauenwelt vorbehalten waren. Elsners weibliche und männliche Kund:innen halten sich recht exakt die Waage. „50:50 würde ich sagen“, so der Experte. Longevity betrifft schließlich alle. „Wer weiß, wie alt wir werden? Womöglich 120. Um auch mit 70 noch ganz toll auszusehen, sollte man mit dem eigenen Körper pfleglich umgehen“, gibt er zu bedenken.
Das individuell optimale Aussehen steht auch im Zentrum seines Face-Design-Angebots. Wer nicht nur einzelne Partien, sondern das eigene Gesicht in seiner Gesamtheit behandeln lassen möchte, ist bei Fabian Elsner nämlich ebenfalls an der richtigen Adresse. Computerunterstützt begibt er sich auf die Suche nach der maximal besten Variante des jeweiligen Gesichts. „Man vermisst es dreidimensional und kann die gewünschten Ergebnisse vorab visualisieren. Gearbeitet wird mit Rastermasken basierend auf dem Goldenen Schnitt (Proportionen und Abstände, die als besonders harmonisch und attraktiv wahrgenommen werden, Anm.)“, erklärt der Experte.
Was man:frau abseits glättender und proportionsoptimierender Injektionen für ein ebenmäßiges Hautbild tun kann? „Ganz wichtig ist regelmäßige Skincare. Die tägliche Hautpflege lässt sich durch ästhetische Behandlungen, die alle paar Monate oder einmal im Halbjahr durchgeführt werden, leider nicht ersetzen“, so Elsner. Sein Expertenwissen und seine persönlichen Erfahrungen in Sachen Hautpflege fließen daher aktuell auch in ein weiteres Projekt. Worum genau es sich dabei handelt, verrät der Perfektionist erst, wenn vom Inhalt bis zur Verpackung alles seinen Ansprüchen genügt. Denn auch hier gilt Fabian Elsners Credo: „Das Beste und Sicherste oder gar nichts.“
Fortsetzung folgt …
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